Erkrankung

Lesen Sie hier über verschiedene Erscheinungsformen von Hernien und deren Behandlungsmöglichkeiten. Weiterführende und detaillierte Informationen finden Sie in unseren Links.

Leistenhernie / Leistenbruch

Ein Leistenbruch (lat. Hernia inguinalis) ist ein Eingeweidebruch (fachsprachlich Hernie) im Bereich des Leistenkanales. Muskeln, Sehnen und Bindegewebe bilden die feste äußere Hülle des Bauchraums. Kommt es an dieser Hülle zu Schwachstellen, entstehen Lücken, so genannte Brüche.

Der Leistenbruch ist die häufigste Hernie und tritt in allen Altersgruppen auf. Männer sind 9x mehr betroffen als Frauen.

Nabelhernie / Nabelbruch

Ein Nabelbruch (lat. Hernia umbilicalis) ist ein Eingeweidebruch im Bereich des Nabels. Der Nabelbruch ist eine häufige Form und tritt in allen Altersgruppen und beiden Geschlechtern auf.

Narbenhernie / Narbenbruch

Ein Narbenbruch ist ein Eingeweidebruch im Bereich einer Narbe am Bauch nach vorangegangenen Bauchoperationen (Galle, Darm, Leber etc.). Er entsteht, wenn innere Narben nicht ausreichend ausheilen unter Belastung.

Hiatushernie / Zwerchfellbruch

Ein Zwerchfellbruch oder auch Hiatushernie genannt entsteht in einer Schwachstelle des Durchtritts der Speiseröhre durch das Zwerchfell zwischen der Brust- und Bauchhöhle. Dies kann angeboren aber auch erworben sein und kann dazu führen, dass der obere Anteil des Magens oder sogar der ganze Magen selbst durch diese aufgeweitete Öffnung in die Brusthöhle vorfällt oder in diese hinein und wieder heraus pendelt, was unter anderem auch zum Zurückfliessen von Magensäure in die Speiseröhre führen kann. Die Symptome sind häufig saures Aufstossen und ein Brennen in der Magengegend, sowie Übelkeit und Probleme beim Aufnehmen verschiedenster Speisen. Die definitive Diagnose kann meist durch eine Magenspiegelung gestellt werden, bei der auch allfällige Veränderungen im Inneren insbesondere im Bereich des unteren Anteiles der Speiseröhre überprüft werden, da diese durch die Magensäure angegriffen und im Verlaufe der Zeit verändert werden kann.

Rektusdiastase

Die Rektusdiastase ist das Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln im Bereich der Mittellinie, der Linea alba. Es gibt sie als  angeborene Anomalie, aber viel häufiger erworben, vor allem auch nach Schwangerschaften. Eine Rektusdiastase über zwei Zentimeter gilt als krankhafter Befund. Kompliziert wird diese Bauchwandschwäche / Bauchwandinstabilität oft durch das Auftreten von Nabel- oder Oberbauchhernien (Eingeweidebrüchen) und sehr häufig ist sie begleitet von Rückenschmerzen, deren Ursache sich oft den Physiotherapeuten oder Orthopäden so nicht erschliesst.

Rektusdiastase

Übrige Hernien

Neben den vorgängig aufgeführten Hernien gibt es z. B. auch noch Schenkel- oder Oberbauchhernien. Egal wo Brüche auftreten, es gilt stets, diese individuell zu beurteilen, um eine optimale Versorgung gewährleisten zu können.

„Die Sportlerleiste“

Die Sportlerleiste - „sportsmans groin“ beschreibt Schmerzen in der Leistenregion beim oder nach dem Sport, ganz unterschiedlicher Ursache und Ausprägung.

Die häufigste Ursache ist eine Dysbalance zwischen verschiedenen Muskelgruppen, die durch verschiedene Traingsmuster unterschiedlich ausgeprägt sind. Eine besondere Bedeutung hat hierbei die Adduktorenmuskulatur auf der Innenseite des Oberschenkels, die als wichtiger Stabilisator bei fast allen Sportarten dient und durch die hohe Grund- und Belastungsspannung oft mit Reizzuständen und direkt in die Leiste hinein projizierten Schmerzen reagiert. Zum Teil geht dies auch mit Verkürzungen v.a. der ischiocruralen Muskulatur einher, die wiederum auch Beschwerden verursachen kann. Andere mögliche Ursachen sind der Leistenbruch (Leistenhernie) oder der Schenkelbruch (Schenkelhernie) sowie das Impingementsyndrom im Bereich des Hüftgelenkes mit Einklemmung der Kapsel zwischen Oberschenkelknochen und Gelenkspfanne im Beckenknochen, meist auf dem Boden einer chronischen Entzündung.

Die Diagnostik erfolgt durch unsere Spezialisten vor Ort mit dem Wichtigsten - der klinischen Untersuchung, Ultraschall und ggf. Röntgen und, wenn erforderlich, mit MR-Untersuchungen in entsprechenden Partnerinstituten.

Sollte eine konservative Behandlung (Physiotherapie o.ä.) möglich sein, werden wir diese auch in Absprache mit dem Trainer, planen und begleiten. Wenn eine Operation notwendig wird, steht unser Spezialistenteam parat und führt diese stadiengerecht durch um einen raschen Wiedereinstieg in den Sport zu ermöglichen.

Behandlungsempfehlung

Die Behandlung von Hernien erfolgt bei Symptomen und zunehmender Grösse überwiegend chirurgisch. Ein Bruch sollte immer rechtzeitig operiert werden, da z. B. die Gefahr einer Einklemmung mit Absterben von Darmteilen besteht, was unweigerlich zu einer lebensgefährlichen Situation führen kann.